Am ersten Sonntag nach Fasching werden in den meisten Orten im Allgäu Funken entzündet, um die bösen Geister des Winters zu vertreiben. Besonders im Sonthofer Ortsteil Altstädten gibt es einen der schönsten Funken im Allgäu zu bewundern. Im Vordergrund des Fotos ist ein entzündeter Holtzurm zu sehen, der kurz vor Eintritt der Dunkelheit in Flammen steht. Im Hintergrund sind die schneebedeckten Bergspitzen des Allgäuer Hauptkamms zu sehen.
Foto: Wolfgang B. Kleiner
Funken Feuer

Funken im Allgäu

Funkenfeuer & Hexenverbrennung


Wenn die ersten Lichter des Abends über Alpsee-Grünten ziehen und der Winter noch in der Luft liegt, beginnt ein ganz besonderes Erlebnis: der Funken. Dieses Brauchtumsfest ist tief im Allgäu verwurzelt und läutet am ersten Sonntag der Fastenzeit eine traditionsreiche Zeit ein. In fast jedem Ortsteil der Region Alpsee-Grünten werden große Funkenfeuer entzündet, begleitet vom geheimnisvollen Knistern der Flammen und der frischen Abendluft.

Das Herzstück des Festes ist das symbolische Verbrennen einer Hexe aus Stroh – ein Zeichen für den Abschied des Winters und die Hoffnung auf einen guten Neubeginn. Der Tag, den viele hier Funkensonntag nennen, lebt von diesen uralten Traditionen.

Wenn Du den Weg zum Funken gehst, begleiten Dich vielleicht schon die Lichter eines Fackelzugs durch das Dorf, während sich immer mehr Menschen auf den Hügeln und Plätzen versammeln. Gemeinsam stehen wir später in der Dunkelheit, spüren die Wärme des Feuers und werfen neugierige Blicke auf das Flackern der Flammen – schließlich heißt es, dass sie Hinweise auf das kommende Jahr geben können.

Typisch für den Funkensonntag im Allgäu sind die Funkenküchle: goldbraun gebacken, mit einer Spur Puderzucker, genießen Groß und Klein dieses süße Gebäck direkt am Feuer – ein echter Genussmoment mitten in der Tradition.

Ach übrigens: Besonders eindrucksvoll ist der Funken in Altstädten, Berghofen, Burgberg und Bihlerdorf. Die erhöhte Lage schenkt Dir dabei einen weiten Blick auf die verschneiten Allgäuer Berge und macht den Funkensonntag zu einem Erlebnis, das Du mit allen Sinnen spürst – fest eingebettet in die Geschichte dieser besonderen Region.

Die schönsten Funkenfeuer im Allgäu

Terminübersicht Samstag & Funkensonntag

Foto: Tourist-Info Blaichach
14.02.2027, 18:30 Uhr
VeranstaltungFunkenfeuer in Blaichach

Zu Beginn der Fastenzeit, am ersten Sonntag nach Aschermittwoch, erleuchten jedes Jahr imposante Funkenfeuer an exponierten Stellen den Allgäuer Nachthimmel.

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Foto: Stefan Rotter, Christopher Tutas
14.02.2027, 18:30 Uhr
VeranstaltungFunkenfeuer in Bihlerdorf

Funkenfeuer Bihlerdorf auf der Bende Mit Einbruch der Dunkelheit wird das Funkenfeuer auf der Bende in Bihlerdorf entzündet. Mit frischen Funkenküchle sowie Punsch und Glühwein ist für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Einlass um 18 Uhr

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Foto: Tourist-Info Blaichach
14.02.2027, 19:00 Uhr
VeranstaltungFunkenfeuer in Ettensberg

Zu Beginn der Fastenzeit erleuchten jedes Jahr imposante Funkenfeuer an exponierten Stellen den Allgäuer Nachthimmel. Anschließend wird mit Glühwein und frischgebackenen "Funkenkiechla" weitergefeiert.

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Foto: Tourist-Info Blaichach
14.02.2027, 19:00 Uhr
VeranstaltungFunkenfeuer in Gunzesried

Zu Beginn der Fastenzeit, am ersten Sonntag nach Aschermittwoch, erleuchten jedes Jahr imposante Funkenfeuer an exponierten Stellen den Allgäuer Nachthimmel.

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Das Rezept der Funkenküchle

Drei Funkenküchle werden mit einem Löffel mit Zucker bestreut.
Foto: Susanne Lang
Zutaten

1/8 l Milch
500 g Mehl
40 g Hefe
80 g Zucker
70 g Butter
2 Eier
1 Prise Salz
und ein wenig Zucker zum Bestreuen der fertigen Küchle.

Die Funkenküchle werden zur kugeln geformt und proportiniert.
Foto: Susanne Lang
ZubereitungSchritt 1: Teig

Erwärme die Milch leicht und löse die Hefe in einem kleinen Schluck davon auf. Zucker und Mehl einrühren, abdecken und 30 Minuten an einem warmen Ort ruhen lassen. Nun Butter, Eier, restliche Milch und eine Prise Salz dazugeben. Knete alles, bis der Teig geschmeidig ist und kleine Bläschen entstehen. Lass den Teig etwa eine Stunde an einem warmen Platz gehen. Jetzt große, ovale Stücke abschneiden und auf ein bemehltes Brett legen. Noch einmal 30 Minuten ruhen lassen – so werden sie wunderbar luftig.

Der proportionierte Teig der Fungenküchle wird zum Fettrausbacken in die Länge gezogen.
Foto: Susanne Lang
ZubereitungSchritt 2: Küchle formen & backen

Mit ruhigen Bewegungen ziehst Du den Teig von der Mitte nach außen. So entsteht außen ein kräftiger Rand, in der Mitte bleibt er hauchdünn – fast durchsichtig. Die Funkenküchle kommen sofort ins heiße Fett, werden goldbraun und knusprig. Noch warm bestreust Du sie mit Zucker – ein knuspriger, duftender Genussmoment.

Die wichtigsten Fragen

auf einen Blick

Wo gibt es Funkenfeuer?

Das Funkenfeuer, Funken oder auch Hexenverbrennung genannt, ist ein schwäbisch-alemannischer Brauch der im süddeutschen Raum, Vorarlberg, Tirol und in der Schweiz gefeiert wird. Je nach Region ändert sich die Bauweise, das Material und die Höhe des Funken-Turms. Das Datum bleibt jedoch allerorts gleich: Samstag oder Sonntag nach Aschermittwoch.

Was ist der Brauch des Funkenfeuers und woher stammt er?

Der Ursprung des alten Funken-Brauches ist bis heute unklar. Zum einen soll das Verbrennen der Hexe den Winter austreiben und das Böse abwenden. Zum anderen wird das Funkenfeuer mit den Fruchtbarkeitsriten und Brandopfern der Kelten in Verbindung gebracht.

Wie groß sind die Funkenfeuer?

Je nach Region, werden die Funken im Allgäu aus Christbäumen, Holzbalken, Holzpaletten und Stroh aufgebaut und geschichtet. Oben auf der Spitze des Funken sitzt eine "Hexe" aus Stroh, die songenannte Funkenhexe. Die Funken im Allgäu können eine Höhe von bis zu 15-20 Meter erreichen. 

Wie werden die Funkenfeuer angezündet?

Der Funken wird traditionell bei Einbruch der Dunkelheit entzündet. Mit Fackeln in der Hand werden die gebauten Türme, meist von den lokalen Feuerwehrmännern und -frauen, ringsherum angezündet. Reisig wird oft als Brandbeschleuniger benutzt. 

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