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FunkenfeuerFunkenfeuer: Feuer und Flamme für einen uralten Brauch…

Der Sonntagabend nach Aschermittwoch ist in der Ferienregion hell ausgeleuchtet. Mehr als ein Dutzend Funkenfeuer erhellen den Nachthimmel. Der alte Feuerbrauch ist ein Ereignis für alle Generationen. Der Funken wird um eine Funkentanne mehr oder weniger kunstvoll aus Holz aufgeschichtet . Auf seiner Spitze thront eine Hexenpuppe, die Funkenhexe. Übrigens, je länger der Funken brennt, umso besser wurde das Feuerholz aufgeschichtet! Der Ritus wurzelt in vorchristlicher Zeit und steht in engem Zusammenhang mit dem Ende der Schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Außerdem diente der Funken zur Verbrennung von Unrat und hatte somit eine überaus profane Funktion, die in Verbindung mit der Frühjahrsreinigung des Hauses und der Wiesen stand. Trotz dieser einprägsamen Perspektive bleiben die Ursprünge des Funkenfeuers eher im Dunkel der Legenden. Eine davon hält sich bis heute, wissenschaftlich unfundiert, hartnäckig in unseren Köpfen. Nämlich mit dem Funkenfeuer den Winter, stellvertretend alles Dämonische und Unheilstiftende zu vertreiben und dem Frühling und Sommer den Weg zu bahnen.

JohannisfeuerJohannisfeuer: Tradition und Glaube in einem…

Der Johannistag, der 24. Juni, ist in der katholischen Kirche der Gedenktag von Johannes dem Täufer. Das Datum errechnet sich nach dem Lukasevangelium sechs Monate nach der Geburt Christi, dem 24.12. Im Kirchenjahr ergibt sich daraus sehr passen der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres, der 24. Juni als antikes Datum der Sommersonnwende. In der Region ist er mit dem Lostag, also den Bauernregeln eng verwoben. Das abendliche Feuer steht für die Sonne und damit für die Geburt Christi. Die Ferienregion begeht den Abend mit offenem Feuer, Bewirtung und mancherorts mit Tanz.

EggaspielEggaspiel: Nur alle drei Jahre zeigen die Sonthofer zur Faschingszeit eine vorchristliche Pantomime…

Der „Eggabrunnen“ an der Südseite des Sonthofer Rathauses erinnert mit seinen Bronzefiguren an einen besonderen, uralten Fastnachtsbrauch in der Alpenstadt. In einem wortlosen Spiel wird seit Mitte der 50er Jahre wieder an die Auseinandersetzung des Menschen mit den Naturkräften erinnert. Große, eindrückliche Holzmasken stellen die Personen und Tiere eines Bauernhofes dar, deren Leben eine Hexe als Dämonische Gestalt völlig in Unordnung bringt, es an allen Ecken und Enden „eggt“. Daher rührt der Name des Eggaspiels. Die kunstvollen Masken werden nur alle drei Jahre von den Spielern getragen. Die übrige Zeit sind sie im örtlichen Heimatmuseum zu bewundern.

MaibaumMaibaum: Von der Freinacht bis zum Maibaum sind es nur ein paar Stunden…

Gelebte Tradition zeigt sich vielseitig und bunt. Während in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai junge Burschen ihr Unwesen treiben, sollten Gegenstände rund ums Haus rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. So mancher suchte Morgen danach seine Gartentüre ... Auch der Maibaum hat in der Gegend bis zu seinem Aufstellen schon mal den Besitzer gewechselt! Die Maibäume der Ferienregion sind aufwändig aus möglichst großen, stämmigen Fichten mit grüner Spitze gefertigt, mit Zunftzeichen und farbenfrohem Kranz geschmückt. Damit trägt er die Symbolik der Lebenserneuerung und Fruchtbarkeit in sich. Die Tradition des „Maibaumaufstellens“ ist meist mit einem musikalisch-zünftigen Dorf- oder Stadtfest verbunden. Besonders amüsant: der erste Maibaum steht in Blaichach bereits am 30. April, der letzte wird, je nach Kalender, erst am 02. oder 03. Mai aufgestellt. Damit bleibt genügend Zeit, die von den örtlichen Vereinen veranstalteten Feste in Ruhe zu genießen.