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Wiege der Viehzucht Drucken
Der wirtschaftliche Weg vom kargen Flachsanbau zum üppigen Grün der Allgäuer Milchwirtschaft ist mit einem Namen untrennbar verbunden: Carl Hirnbein.

Blick auf den AlpseeVom jungen Karl Hirnbein, dem Begründer der Allgäuer Milchwirtschaft, ist folgender Viehtrieb bekannt: Etwa 300 Ochsen und Kühe wurden vom Sonthofer Marktanger durch das Kleinwalsertal, über den Pass am Widderstein durch den Bregenzer Wald nach Chur ins Rheintal getrieben. Weiter über den Splügenpass nach Bergamo, durch alle Unbilden der Witterung, der Gefahr von Lawinen, Steinschlag, Krankheit und Dieben, gelangten sie wohlbehalten an. Noch 1812 zählten Sonthofen und Immenstadt zum süddeutschen Mittelpunkt der Viehzucht, des Viehhandels und der Allgäuer Emmentalerkäserei. Im März, September und Oktober eines jeden Jahres gelangten jeweils bis zu 6.000 Stück Vieh, Fohlen, Pferde, Melkkühe, Rinder, Kälber, Stiere, Ochsen, Geißen und Schafe zum Verkauf.

ViehzuchtAllgäuer KüheBerühmte Viehmärkte

Sonthofens Viehmärkte gehen auf die Marktrechtsverleihung von 1429 durch Kaiser Sigismund zurück. Schon 1544 wurden vom Hochstift Augsburg, dem Sonthofen unterstand, zwei Markttage pro Jahr genehmigt, der Magnus Markt am 14. September und der Gallus-Markt am 15. Oktober jeden Jahres. Die florierenden Märkte weckten im 16. Jahrhundert zunehmend Begehrlichkeiten der Immenstädter Grafen von Montfort. Erst durch die Schlichtung des fürstbischöflichen Abtes zu Kempten gelangten die Nachbarn zu gegenseitigem Einvernehmen und die Untertanen beider Städte konnten wieder unbehelligt ihrem Markthandel nachgehen.

In Sonthofen, gründete sich bereits 1879 der Stammtierzuchtverein, die spätere Herdebuchgesellschaft. Immenstadt, als älteste Stadt im südlichen Oberallgäu, ist Sitz des Alpwirtschaftlichen Verein. Zusammen mit dem Landkreis Oberallgäu unterhält sie eine Alp- und Landwirtschaftsschule und ist Besitzerin von 16 Alpen.

Wiege der Viehzucht