|
Palmsonntag: Palmboschen und Pamesel
Sieben verschiedene Arten von Zweigen sind nötig, um einen echten Allgäuer Palmbosche zu binden. Kinder und Jugendliche werden in ihrer gewissenhaften Handarbeit von Erwachsenen dabei unterstützt. Palmkätzchen, Wacholder, Tanne, Haselnuss und andere heimische Gewächse finden, mit bunten Papierfähnchen als geschmückte „Bosche", also Büschel, nach der Palmweihe ihren Platz im „Herrgottswinkel" von Küche oder Stube. Als Symbol des Friedens und um drohendes Unheil abzuwehren, bleiben sie dort bis zum nächsten Palmsonntag. Übrigens gilt die Person der Familie als „Palmesel“, die am Palmsonntag als letzte aufsteht.
Frauentag: Schutz aus Frauenhand
Die Kräuterbosche- oder Zangen zum 15. August, Mariä Himmelfahrt, stammen aus Frauenhand. Ein Brauch, der bis in graue Vorzeit hineinreicht und allemal vorchristliche Wurzeln hat. Zu allen Zeiten verspürten die Menschen das Bedürfnis dafür zu danken, dass mit den Kräutern der Felder, Wiesen und Wälder Mittel gegen die vielen bedrohlichen Krankheiten gegeben waren. Mit den geweihten Kräutern verband der Volksglaube eine erstaunliche Heil- und Segenskraft. Sie wurden in Haus und Stall aufbewahrt oder man benutzte sie, als Tee zubereitet, gegen verschiedene Krankheiten. Der Brauch ist bis heute fest im Oberallgäu verwurzelt.
Fronleichnahm
Unabhängig von Konfession und Glaubensrichtung stehen wichtige Kirchenfeste im Allgäu in einer langen Tradition mit dem Allgäuer Brauchtum. Fronleichnam verbindet die Region mit Volksaltären und Prozessionen durch die Orte und Städte. Schön geschmückte Altäre, Blumenteppiche und Vereine in Tracht bilden den Rahmen für das christliche Fest. Bühl am Alpsee begeht Fronleichnam mit einer Seeprozession per Schiff über den größten Natursee des Allgäus.
 
Erntedank: Die Früchte der Erde
Je weiter Menschen sich von der Nahrungsmittelkette entfernen, umso wichtiger scheinen traditionell christliche Feiern. Den Erntedank verstehen katholische Christen der Region als Dank für die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. Die Symbolkraft der Erntekrone und der Früchte aus Wald und Feld, als Gottesgeschenk, werden in einer Eucharistiefeier dargestellt.
Berg- und Seemessen: Zwischen Gipfelkreuz und Andacht
Nirgends zeigen sich Volksfrömmigkeit und Naturverbundenheit einvernehmlicher, als bei den zahlreichen Gottesdiensten auf Bergeshöhen. Die Ferienregion feiert eine Vielzahl von Messen unter freiem Himmel, auf Bergeshöhen, auf Alpen, unterm Gipfelkreuz und am Großen Alpsee. Häufig sind sie von Musik- und Trachtenkapellen begleitet.

|